Diamantscheiben 125 mm sehen sich ähnlich, schneiden aber unterschiedlich: Die eine liefert eine perfekte Kante auf der Glasur, die andere sägt Beton, lässt aber Fliesen ausbrechen. Der Unterschied liegt in der Form des Diamantrands. Wir erklären, welche Scheibe für Keramikfliesen und Feinsteinzeug gehört und welche für Beton und Stein bleibt.
Drei Typen des Diamantrands

Geschlossener (durchgehender) Rand. Die Diamantschicht läuft ohne Unterbrechung um den ganzen Umfang. Die Kante berührt das Material ständig, schlägt deshalb nicht auf die Glasur und bricht sie nicht aus. Der Preis für die Sauberkeit: schlechtere Kühlung und langsamerer Schnitt, darum lieben diese Scheiben Wasser. Bei NovoTools sind das die Modelle „Fliese“— in den Serien Basic und Standard für den Nassschnitt auf dem Fliesenschneider (Schicht 5 mm, Kante 1,8 mm), in der Serie Profi universell, nass oder trocken (Schicht 7 mm, Kante 1,6 mm) — und „Extra Keramik“ (Profi): eine ultradünne geschlossene Scheibe für den Trockenschnitt mit 0,8 mm Blatt und 1,3 mm Kante für Feinsteinzeug, Granit und Marmor.

Turbo. Der Rand ist ebenfalls geschlossen, aber mit schrägen Rillen und gewellter Kante: Die Rillen führen Staub und Luft ab, deshalb schneidet die Scheibe schneller und erhitzt sich trocken weniger. Die Kehrseite ist der unterbrochene Kontakt, der auf glasierten Fliesen feine Abplatzungen hinterlässt. Alle Turbo-Scheiben NovoTools 125 mm sind für den Trockenschnitt: „Turbo“ Profi hat eine 2,2-mm-Kante, Standard 2,4 mm, „Turbowelle“ Basic 2,6 mm; Einsatz — Beton, Stahlbeton, Ziegel, Stein, Granit.
Segmentiert. Der Rand ist in Segmente mit breiten Schlitzen geteilt. Beste Kühlung und schnellster Schnitt in Beton und Ziegel: in den Serien Basic und Standard nass oder trocken, in Profi trocken, dazu die Variante „Tiefschnitt“ für tiefere Schnitte. Für Fliesen ungeeignet: Jedes Segment schlägt auf die Kante, und die Glasur bröckelt aus.
Vergleichstabelle: geschlossen, Turbo, Segment
| Parameter | Geschlossen („Fliese“, „Extra Keramik“) | Turbo | Segmental |
|---|---|---|---|
| Material | Keramikfliesen, Feinsteinzeug, Glas, Marmor, Granit | Beton, Stahlbeton, Ziegel, Stein, Granit | Beton, Ziegel, Stein, grober Fliesenschnitt |
| Schnittkante auf der Glasur | Sauber, ohne Abplatzungen | Mikroabplatzungen | Abplatzungen |
| Schnittgeschwindigkeit | Langsam | Krankenwagen | Am schnellsten |
| Kühlung trocken | Schwach | Gut | Am besten |
| Nass-/Trockenschnitt | „Fliese“ Basic, Standard — nass; „Fliese“ Profi — beides; „Extra Keramik“ — trocken | Trocken | Basic, Standard — beides; Profi — trocken |
| Kantenstärke NovoTools 125 mm | 1,3–1,8 mm | 2,2–2,6 mm | 1,8–2,0 mm |
| Max. Drehzahl, 125 mm | 12 200 U/min (80 m/s), Bohrung 22,23 mm, EN 13236 | ||
Feinsteinzeug: warum eine dünne geschlossene Scheibe nötig ist
Feinsteinzeug ist dichter und härter als gewöhnliche Keramikfliesen, deshalb schneidet die normale „Fliese“-Scheibe es langsam und erhitzt sich. Dafür gibt es ultradünne geschlossene Scheiben wie „Extra Keramik“: 0,8 mm Blatt und 1,3 mm Kante tragen 20–30 % weniger Material ab als „Fliese“ mit 1,6–1,8 mm Kante, der Schnitt geht leichter, es entsteht weniger Wärme, und die Glasur platzt fast nicht ab.
- Ohne Druck. Ein dünnes Blatt verläuft leicht — die Scheibe muss mit dem Eigengewicht des Werkzeugs schneiden.
- Langsamer Vorschub. Besonders beim Eintritt ins Material und beim Austritt: Dort platzt es am häufigsten ab.
- Trockenschnitt — in kurzen Durchgängen.„Extra Keramik“ ist für den Trockenschnitt ausgelegt: Die Scheibe im Leerlauf abkühlen lassen. Für den Nassschnitt von Feinsteinzeug auf dem Fliesenschneider die universelle „Fliese“ Profi nehmen.
Nass- oder Trockenschnitt
Wasser kühlt die Diamantschicht, spült den Schlamm aus und bindet den Staub, deshalb hält eine geschlossene Scheibe mit Wasser länger und schneidet sauberer. Auf dem elektrischen Fliesenschneider ist das der Normalbetrieb — dafür sind die Scheiben „Fliese“ Basic und Standard gemacht, die nur für den Nassschnitt ausgelegt sind. Mit dem Winkelschleifer darf man nicht mit Wasser arbeiten: Dort schneidet man trocken mit Scheiben für Trocken- oder Universalbetrieb („Extra Keramik“, „Fliese“ Profi, Turbo, Segment) und nach den Regeln:
- in kurzen Durchgängen schneiden und die Scheibe im Leerlauf abkühlen lassen;
- die Scheibe auf Feinsteinzeug nicht länger als 30–40 Sekunden am Stück im Schnitt halten;
- eine Scheibe mit der Angabe „universell (nass/trocken)“ nehmen, wenn die Betriebsarten wechseln; eine Scheibe „nur nass“ nicht trocken verwenden.
Wie man Fliesen mit dem Winkelschleifer ohne Abplatzungen schneidet
- Anzeichnen und Klebeband. Die Schnittlinie mit Malerkrepp abkleben und darauf anzeichnen: Das Band hält die Glasur an der Kante.
- Auflage. Die Fliese auf eine ebene, feste Unterlage legen, damit der abgetrennte Teil am Ende des Schnitts nicht unter seinem Eigengewicht abbricht.
- Erster Durchgang — Anritzen. Die Scheibe 2–3 mm tief an der Linie entlangführen: Gerade die Glasur platzt ab, und ein flacher Anriss „versiegelt“ sie.
- Durchschnitt. Im zweiten Durchgang durchtrennen, ohne die Scheibe zu kippen oder die Richtung zu ändern — ein Verkanten bricht die dünne Scheibe.
- Austritt aus dem Schnitt. Am Ende den Vorschub verringern: Das Ausbrechen des letzten Zentimeters ist die Hauptursache für Abplatzungen an der Kante.
Pflicht: Schutzbrille, Atemschutz (Keramikstaub enthält Quarz) und Schutzhaube am Winkelschleifer. Die allgemeinen Regeln stehen im Leitfaden zur Sicherheit am Winkelschleifer.
Scheiben NovoTools 125 mm
Die Reihe der Diamantscheiben 125×22,23 mm umfasst 14 Modelle: NovoTools in den Serien Basic, Standard und Profi sowie WellCut-Scheiben:
- „Fliese“ (geschlossener Rand) — in jeder Serie: Basic, Standard und WellCut für den Nassschnitt, Profi — nass oder trocken; für Keramikfliesen, Marmor, Glas;
- „Extra Keramik“ (Profi, ultradünner geschlossener Rand, Trockenschnitt) — für Feinsteinzeug, Granit, Marmor;
- „Turbo“ und „Turbowelle“ (Trockenschnitt) — für Beton, Ziegel, Stein, Granit;
- „Segment“ und „Tiefschnitt“— für Beton, Stahlbeton und groben Schnitt.
Alle Scheiben entsprechen EN 13236 und haben eine Höchstgeschwindigkeit von 80 m/s (12 200 U/min bei 125 mm); ein Teil der Modelle wird auch mit 230 mm für stärkere Winkelschleifer gefertigt.
Häufig gestellte Fragen
Kann man Fliesen mit der Turbo-Scheibe schneiden?
Ja, für grobe Schnitte, die unter der Sockelleiste oder in der Ecke verschwinden: Turbo schneidet schnell und erhitzt sich nicht. An einer sichtbaren Kante hat die Glasur Mikroabplatzungen — für Sichtschnitte eine Scheibe mit geschlossenem Rand nehmen.
Mit welcher Scheibe schneidet man Feinsteinzeug 125 mm?
Mit einer ultradünnen geschlossenen Scheibe wie „Extra Keramik“ (0,8 mm Blatt, 1,3 mm Kante): trocken, ohne Druck, mit langsamem Vorschub und Pausen zum Abkühlen. Für den Nassschnitt auf dem Fliesenschneider die universelle „Fliese“ Profi nehmen.
Warum ist die Segmentscheibe für Fliesen ungeeignet?
Jedes Segment schlägt einzeln auf die Schnittkante, und die Glasur bröckelt aus. Die Segmentscheibe ist für Beton und Ziegel gemacht, wo Tempo und Kühlung wichtiger sind als eine saubere Kante.
Kann man mit der geschlossenen Scheibe Beton schneiden?
Ja, aber langsam und mit Überhitzung, weil der geschlossene Rand Wärme und Staub schlecht abführt. Für Beton, Ziegel und Stein eine Turbo- oder Segmentscheibe nehmen.
Die Scheibe schneidet nicht mehr — ist sie verschlissen?
Nicht unbedingt. Auf hartem Feinsteinzeug „setzt sich“ die Diamantschicht zu: Die Kante glänzt, der Schnitt wird langsamer, es riecht. Einige Schnitte in abrasivem Material — Ziegel oder Sandstein — legen frische Diamanten frei.
Diamantscheiben NovoTools 125 mm
Geschlossene, Turbo- und Segmentscheiben in den Serien Basic, Standard und Profi. EN 13236, 80 m/s. Großhandelspreise vom Hersteller.
Alle Diamanttrennscheiben 125 mm