Was ist ein Fächerscheibe?
Eine Fächerscheibe (auch Lamellenscheibe oder Fächerscheibe genannt) ist eine Schleifscheibe, die aus überlappenden Schleifpapierlamellen besteht, die auf einem festen Träger montiert sind. Die Lamellen sind fächerförmig angeordnet, ähnlich wie bei einem Kartenspiel, daher der deutsche Name, der wörtlich „Fächerscheibe“ bedeutet.
Die Konstruktion besteht aus drei Komponenten:
- Die Schleifblätter bestehen aus rechteckigen Stücken Schleifpapier (Schleifkorn auf einem Gewebeträger). Ihre Lebensdauer hängt von der Gewebequalität und der Körnung ab. Die Schleifblätter überlappen sich zu 50–70 %, wodurch ein gleichmäßiger Kontakt mit dem Werkstück gewährleistet wird.
- Die Grundplatte ist eine feste Scheibe aus Fiberglas oder Faserverbundwerkstoff, an der die Flügel befestigt sind. Die Form der Grundplatte bestimmt den Radtyp: flach (Typ 27) oder konisch (Typ 29).
- Die Befestigungsbohrung hat einen Standarddurchmesser von 22,23 mm für Winkelschleifer. Die Schleifscheibe wird direkt auf der Spindel montiert; eine Stützplatte ist nicht erforderlich.
So funktioniert es: Die rotierenden Lamellen berühren die Werkstückoberfläche und erzeugen dabei Mikrospäne. Mit zunehmendem Verschleiß wird die oberste Lamellenschicht abgetragen, wodurch frisches Schleifkorn der darunterliegenden Schicht freigelegt wird. Dieser Selbstschärfungseffekt gewährleistet eine gleichbleibende Leistung über die gesamte Lebensdauer – die Lamellenscheibe schleift gleichmäßig vom ersten bis zum letzten Moment.
Flach oder konisch – welche Form ist die richtige?
Dies ist die erste Entscheidung bei der Auswahl. Die beiden Typen unterscheiden sich in der Form des Sockels und im Betriebswinkel.
Flach (Typ 27 / T27 / Flach)
Die Basis ist flach, die Lamellen befinden sich in der gleichen Ebene wie die Basis.
Vorteile:
- Maximale Kontaktfläche bei Arbeiten unter einem kleinen Winkel (5–15°).
- Ideal für die Bearbeitung großer, ebener Flächen
- Praktisch zum "Strecken" der Oberfläche (Endbearbeitung)
- Fähigkeit zur Bearbeitung der Stirnfläche bei der Eckbearbeitung
Am besten geeignet für:
- Schleifen von flachen Blechen und Platten
- Entfernung von Farbe und Beschichtungen auf großen Flächen
- Feinschliff für den Anstrich
- Fertigstellung von Arbeitsplatten, Fußböden und Terrassen
Konisch (Typ 29 / T29 / Konisch)
Die Basis hat die Form eines flachen Kegels (Neigungswinkel ~15°).
Vorteile:
- Besserer Zugang zu Innenecken und Kanten
- Optimaler Kontaktwinkel bei Standardhandposition (15–25°)
- Aggressiverer Metallabtrag bei gleichem Druck
- Praktischer für die Schweißnahtreinigung
Am besten geeignet für:
- Reinigung von Schweißnähten (häufigste Anwendung)
- Eckverbindungsbearbeitung
- Entfernen von Zunder und Graten
- Schleifen von Rohren und Profilen
Vergleichstabelle
| Parameter | Flach (T27) | Konisch (T29) |
|---|---|---|
| Arbeitswinkel | 5–15° | 15–25° |
| Kontaktbereich | Maximal | Medium |
| Aggressivität | ★★★☆☆ | ★★★★☆ |
| Ebene Oberflächen | ★★★★★ | ★★★☆☆ |
| Geschweißte Nähte | ★★★☆☆ | ★★★★★ |
| Ecken und Kanten | ★★☆☆☆ | ★★★★★ |
| Rohre und Profile | ★★★☆☆ | ★★★★☆ |
Schritt 1 – Getreidesorte auswählen
Die Körnung des Schleifmittels bestimmt, mit welchen Materialien die Scheibe effektiv arbeitet und wie lange sie hält.
Korund (Aluminiumoxid, AO)
Grundgetreide mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Funktioniert gut auf Kohlenstoffstahl, Gusseisen, Holz
- Niedrigster Preis pro Disc
- Geeignet für Haushaltsaufgaben und gelegentliche Arbeiten
- Nicht empfohlen für Edelstahl
Wählen Sie Korund, wenn: Sie selten arbeiten (einige Male im Monat), nur mit Kohlenstoffstahl arbeiten und Ihr Budget begrenzt ist.
Zirkon (Zirkonkorund, ZA)
Verbesserte Körnung mit Selbstschärfungseffekt.
- Lebensdauer 2–3 Mal länger als Korund
- Selbstschärfend – beim Beladen wird das Holz abgetragen, wodurch eine neue, scharfe Schneide freigelegt wird.
- Funktioniert auch bei hohem Druck ohne zu verstopfen.
- Geeignet für Edelstahl und hitzebeständige Legierungen
- Erhitzt das Teil weniger
Wählen Sie Zirkon, wenn: Sie täglich damit arbeiten (professioneller Einsatz), Sie mit Edelstahl arbeiten, Sie eine maximale Lebensdauer benötigen.
Vergleich der Körnungen für Fächerscheiben
| Parameter | Korund (AO) | Zirkon (ZA) |
|---|---|---|
| Preis pro Disc | ★★★★★ | ★★★☆☆ |
| Ressource | ★★☆☆☆ | ★★★★★ |
| Produktivität | ★★★☆☆ | ★★★★★ |
| Kohlenstoffstahl | ✔ | ✔ |
| Edelstahl | ❌ | ✔ |
| Aluminium | ⚠️ verstopft | ⚠️ verstopft |
| Holz | ✔ (P80+) | ✔ (P80+) |
| Selbstschärfend | NEIN | Also |
Schritt 2 – Bestimmung der Korngröße
| Körnung | Wofür? | Typische Anwendung |
|---|---|---|
| P40 | Grobe Entfernung | Schweißnähte reinigen, alte Farbe und Rost entfernen |
| P60 | Mittlere Mahlstufe | Oberflächennivellierung, Entkalkung |
| P80 | Halbfertig | Vorbereitung zum Streichen, Nivellierung |
| P100 | Sauberkeit | Vorbereitung zum Priming |
| P120 | Abschluss | Endbearbeitung, dekoratives Polieren von Edelstahl |
Die drei beliebtesten Zahlen sind:
- P40— für Schweißer (Verkaufsnummer 1)
- P60 - universell (geeignet für die meisten Aufgaben)
- P80— für Maler und Lackierer
Schritt 3 – Wählen Sie den Durchmesser
Der Durchmesser des Fächerscheibe sollte zu Ihrem Winkelschleifer passen.
| Durchmesser | Landeloch | Max. Drehzahl | Winkelschleifer |
|---|---|---|---|
| 115 mm | 22,23 mm | 13.300 U/min | Kompakt, 700–1000 W |
| 125 mm (am beliebtesten) | 22,23 mm | 12.200 U/min | Standard, 800–1200 W |
| 150 mm | 22,23 mm | 10.200 U/min | Mittel, 1200–1500 W |
| 180 mm | 22,23 mm | 8.500 U/min | Leistungsstark, 1500–2000 W |
Der gängigste Durchmesser beträgt 125 mm. Er eignet sich für die meisten Haushalts- und Profiarbeiten. Wenn Sie einen Standard-Winkelschleifer besitzen, wählen Sie 125 mm.
180 mm– für große Flächen und leistungsstarke Schleifmaschinen. Größere Kontaktfläche = höhere Produktivität bei großen Werkstücken.
Fächer vs. Faser vs. Streifen
Drei Arten von Schleifscheiben für Winkelschleifer lösen unterschiedliche Probleme. So wählen Sie die richtige aus:
| Aufgabe | Fächer | Faser | Fegen |
|---|---|---|---|
| Geschweißte Nähte | ✔ Das Beste | ✔ Okay | ✔ Okay |
| Abschluss | ✔ Das Beste | ⚠️ Durchschnitt | ❌ Rau |
| Große Fläche | ⚠️ Teuer | ✔ Das Beste | ❌ Rau |
| Edelstahl | ✔ Das Beste | ✔ Okay | ⚠️ Überhitzung |
| Grobe Entfernung | ⚠️ Langsam | ✔ Okay | ✔ Das Beste |
| Farbentfernung | ✔ Okay | ✔ Okay | ✔ Schnell |
| Komfort | ✔ Leise, geringe Vibration | ⚠️ Stärkere Vibration | ❌ Lärm und Vibrationen |
| Platte | NEIN | Also | NEIN |
| Preis | Medium | Niedrigster | Höher |
Für welche Arbeit man sich entscheiden sollte
Schweißarbeiten
- Schweißnahtreinigung– konische T29, P40, Zirkon. Dies ist die wichtigste Anwendung für Fächerschleifscheiben. Die konische Form ermöglicht das Erreichen der Schweißnaht in Ecken und an Kanten.
- Kantenvorbereitung– P60, Korund oder Zirkon. Saubere Kante ohne Rost und Zunder = hochwertige Schweißnaht.
- Spritzerentfernung– P40–P60. Die Lamellenscheibe entfernt Spritzer schonender als die Schleifscheibe, ohne tiefe Kratzer zu hinterlassen.
Edelstahlverarbeitung
- Reinigung von Schweißnähten an Edelstahl– P60, ausschließlich Zirkonium. Korund kann im Behandlungsbereich Korrosion verursachen.
- Erzeugung einer Satin-Textur– P80–P120, Zirkon. In eine Richtung parallel zu den Walzlinien schleifen.
- Entfernen von verlaufenden Farben— P60–P80, Zirkon. Gleichmäßige Bewegungen ohne Unterbrechung.
Vorbereitung zum Malen
- Alte Farbe entfernen– P40–P60, Korund. Grobe Körnung entfernt alte Farbe schnell.
- Rostentfernung– P40–P60, Zirkon. Zirkon wirkt bei Rost effektiver, da es nicht verstopft.
- Die Oberfläche für die Lackierung ebnen– P80, Korund oder Zirkon. Dies ist die optimale Rauheit für die Lackhaftung.
- Vorbereitung für den Primer - P100–P120. Glatte Oberfläche für eine gleichmäßige Primerschicht.
Holz
- Holz schleifen– Körnung P80–P120, ausschließlich Korund. Bei niedriger Drehzahl (6000–8000 U/min) arbeiten. In einem minimalen Winkel (5–10°) und ohne starken Druck arbeiten.
- Lackentfernung– P60–P80, Korund. Grobes Schleifmittel entfernt alte Lackschichten effektiver.
Arbeitstechnik
Fasenwinkel: 15–25° für konische (T29), 5–15° für flache (T27). Dies ist ein wesentlicher Unterschied zu Schleifscheiben, die 30–40° benötigen. Kleinerer Winkel = größere Kontaktfläche = gleichmäßigeres Ergebnis.
Druck: Leicht und gleichmäßig. Die Lamellenscheibe arbeitet über die Drehzahl, nicht über den Druck. Zu hoher Druck führt zu Überhitzung des Werkstücks (insbesondere von Edelstahl), verkürzt die Lebensdauer der Lamellen und verschlechtert die Oberflächenqualität.
Bewegung: Gleichmäßig, mit 30–50 % Überlappung zwischen den Bahnen. Nicht an einer Stelle anhalten – dadurch entstehen Unebenheiten in der Oberfläche. Gleichmäßig bewegen, wie eine Farbrolle.
Drehzahl: Volle Drehzahl der Schleifmaschine (11.000–12.200 U/min für 125 mm). Bei Edelstahl kann die Drehzahl auf 9.000–10.000 U/min reduziert werden, sofern die Schleifmaschine über eine entsprechende Einstellung verfügt.
Anleitung: Für optimale Ergebnisse schleifen Sie den Sand „von sich weg“ – so fliegen die Späne und Funken von Ihnen weg und nicht auf Sie zu.
Häufige Fehler
- Zu hoher Druck. Der häufigste Fehler. Eine Lamellenscheibe ist keine Schleifscheibe. Sie funktioniert mit Schleifpapier, nicht mit Schleifmittel. Zu starker Druck reißt die Lamellen ab und überhitzt das Werkstück.
- Der Winkel ist zu groß. Der optimale Winkel für eine Schleifscheibe liegt bei 40–50°. Eine Lamellenschleifscheibe bearbeitet bei diesem Winkel nur die Kante, verschleißt ungleichmäßig und erzeugt eine wellige Oberfläche.
- Korund auf Edelstahl. Korundräder können Eisenverunreinigungen enthalten, die beim Erhitzen auf den Edelstahl übertragen werden und Korrosion verursachen. Für INOX – ausschließlich Zirkonium.
- Wenn Sie die Schleifmaschine an einer Stelle anhalten, entsteht eine lokale Vertiefung. Bewegen Sie das Werkzeug daher immer – auch wenn Sie an einer Stelle mehr Material abtragen müssen, führen Sie mehrere Durchgänge durch.
- Verwendung eines abgenutzten Schleifrads. Wenn die Schleifblätter bis zum Sockel abgenutzt sind, muss das Schleifrad ausgetauscht werden. Der Sockel (Fiberglas) erhitzt die Oberfläche nur und kann Kratzer hinterlassen.
- Falsche Körnung. P120 ist beim Schweißen ineffizient und langsam. P40 ist zum Feinschleifen zu grob. Wählen Sie die Körnung passend zur jeweiligen Aufgabe.
- Schutzausrüstung wird nicht beachtet. Beim Schleifen mit einer Fächerscheibe entsteht feiner Metallstaub. Erforderlich: Schutzbrille, Atemschutzmaske (insbesondere bei Arbeiten mit Edelstahl – Chromstaub ist krebserregend), Handschuhe.
NovoAbrasive Fächerscheiben
NovoAbrasive produziert konische Lamellenscheiben (T29) in zwei Körnungsoptionen:
Alle NovoAbrasive-Produkte werden gemäß ISO 9001 hergestellt und sind für den Einsatz bei Drehzahlen bis zu 12.200 U/min (für 125 mm) und 13.300 U/min (für 115 mm) zertifiziert.
Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Fächerscheibe und wie unterscheidet er sich von einem Bogenkreis?
Lamellenschleifscheibe – eine Schleifscheibe aus überlappenden Schleifpapierlagen. Schlichtschleifscheibe – eine monolithische Schleifscheibe mit einer Dicke von 6–8 mm. Lamellenschleifscheiben arbeiten schonender: Sie erzielen eine bessere Oberflächenqualität, erhitzen das Werkstück weniger und erzeugen weniger Lärm und Vibrationen. Schlichtschleifscheiben tragen große Mengen Material schneller ab.
Flach oder konisch – welche Form ist die richtige?
Konisch (Typ 29) – für 80 % aller Anwendungen: Schweißnähte, Kanten, Konstruktionen. Flach (Typ 27) – für große, ebene Flächen: Bleche, Paneele, Decks. Im Zweifelsfall wählen Sie die konische Variante, sie ist vielseitiger einsetzbar.
Zirkon oder Korund – was ist besser?
Zirkon ist pro Einheit teurer, aber die Ressource ist 2- bis 3-mal ergiebiger. Für den täglichen Gebrauch ist Zirkon wirtschaftlicher: Die Kosten für die Bearbeitung eines Quadratmeters sind geringer. Für Edelstahl ist Zirkon die einzige Option. Korund eignet sich für den Hausgebrauch und gelegentliche Arbeiten an Kohlenstoffstahl.
Welche Körnung sollte ich zum Schweißen wählen?
P40 zum Reinigen der Fuge, P60 zum Glätten, P80 zur Vorbereitung für den Anstrich. Die Reihenfolge P40 → P60 → P80 liefert das beste Ergebnis. Bei einer flachen Fuge kann mit P60 begonnen werden.
Kann man Holz schleifen?
Ja, aber nur mit einer Körnung von P80 oder feiner. Grobe Körnung (P40) beschädigt die Holzfasern. Arbeiten Sie mit niedriger Drehzahl (6000–8000 U/min), in einem minimalen Winkel (5–10°) und ohne starken Druck. Für weiche Hölzer (z. B. Kiefer) verwenden Sie am besten spezielle Schleifscheiben.
In welchem Winkel sollte ich arbeiten?
Konisch (T29): 15–25° zur Oberfläche. Flach (T27): 5–15°. Dies ist deutlich geringer als bei einer Schleifscheibe (30–40°). Kleinerer Winkel = größere Kontaktfläche = glattere Oberfläche. Nicht zu fest drücken – das Schleifmittel die Arbeit machen lassen.
Wird für eine Fächerscheibenanlage eine Trägerplatte benötigt?
Nein, die Fächerscheibe ist selbsttragend. Sie wird mittels einer Klemmmutter direkt an der Schleifspindel befestigt. Eine Stützplatte wird nur bei Faserscheiben benötigt.
Wähle einen Fächerscheibe
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