MPA Hannover
ISO 9001
EN 12413
FEPA
oSa
Angebot anfordern
Esc
NOVO ABRASIVE
Angebot anfordern Produktkatalog

FEPA (Verband der europäischen Schleifmittelhersteller)

Der größte Branchenverband der globalen Schleifmittelindustrie wurde 1955 in Paris gegründet. Er vereint über 220 Unternehmen aus 17 europäischen Ländern, die über 90 % der europäischen Schleifmittelproduktion abdecken. Entwickler der weltweit anerkannten P-Grit- und F-Grit-Schleifsysteme.

FEPA (Verband Europäischer Schleifmittelhersteller) – Der Verband der europäischen Schleifmittelhersteller wurde 1955 in Paris gegründet. Die Organisation vereint über 220 Unternehmen aus 17 europäischen Ländern, die zusammen mehr als 90 % der europäischen Schleifmittelproduktion abdecken. Die FEPA entwickelte die weltweit anerkannten Körnungen P und F, die sich auf allen Kontinenten als Standard für Schleifmittel etabliert haben. Der Gesamtumsatz der Mitgliedsunternehmen übersteigt 3,5 Milliarden Euro, und 35 % der produzierten Produkte werden exportiert. Hauptsitz: 22 Boulevard Malesherbes, 75008 Paris, Frankreich. Präsident: Stefan Haag (Husqvarna-Gruppe).

Wichtigste Fakten

1955
Gründungsjahr
220+
Mitgliedsunternehmen
3,5 Milliarden Euro
Gesamtmitgliederfluktuation
17
Europäische Länder
90%+
Europäische Schleifmittelproduktion
35%
Export außerhalb Europas
Parameter Daten
Vollständiger NameVerband der europäischen Schleifmittelhersteller
Gründungsjahr1955
Hauptsitz22 Boulevard Malesherbes, 75008 Paris, Frankreich
PräsidentStefan Haag (Husqvarna-Gruppe)
VizepräsidentEric Verhimst (3M EMEA)
GeneralsekretärAnne Hagen
MitgliedschaftMehr als 220 Unternehmen
Länder17
MarktanteilMehr als 90 % der europäischen Schleifmittelproduktion
Gesamtmitgliederfluktuation3,5 Milliarden Euro
Export35 % der Produktion außerhalb Europas
SegmenteGebundene, beschichtete, superabrasive Körner
EU-Transparenzregister#884099437411-41

Der Verband deckt alle wichtigen Segmente der Schleifmittelindustrie ab: von Schleifscheiben und -bändern über superharte Diamant- und CBN-Werkzeuge bis hin zu Schleifkörnern als Rohmaterial. Um zu verstehen, wie die FEPA eine so weitreichende Wirkung erzielen konnte, ist ein Blick in die Geschichte der Organisation notwendig.

Geschichte der FEPA: vom Nachkriegseuropa zum Weltstandard

Gegründet 1955

Der Zweite Weltkrieg hatte die europäische Industrie in Trümmern hinterlassen. Der Wiederaufbau nach dem Krieg erforderte enorme Mengen an Schleifmitteln – für die Metallbearbeitung, das Bauwesen, den Maschinenbau und den Schiffbau. Jedes Land verwendete jedoch seine eigenen Systeme zur Klassifizierung, Kennzeichnung und Qualitätskontrolle der Schleifmittel. Deutsche, französische, italienische und britische Hersteller produzierten Produkte, die praktisch nicht vergleichbar waren.

1955 beschlossen führende Schleifmittelhersteller aus mehreren europäischen Ländern, einen gemeinsamen Branchenverband zu gründen. Paris wurde nicht zufällig als Hauptsitz gewählt: Die französische Hauptstadt spielte eine zentrale Rolle im Verhältnis zu den entstehenden europäischen Institutionen und war ein Symbol für Neutralität und internationale Zusammenarbeit. So entstand die FEPA – der Europäische Verband der Schleifmittelhersteller.

Das Hauptziel der neuen Organisation war die Vereinheitlichung der Klassifizierungssysteme für Schleifkörner. Die Hersteller benötigten eine einheitliche Terminologie, die es ihnen ermöglichte, die Eigenschaften ihrer Produkte unabhängig vom Herstellungsland präzise zu bestimmen. Dies war ein ambitioniertes Projekt, das die Harmonisierung der technischen Ansätze verschiedener nationaler Schulen erforderte.

Wichtige Entwicklungsmeilensteine

1955
Die FEPA wurde in Paris gegründet. Führende Schleifmittelhersteller aus mehreren europäischen Ländern gründen eine gemeinsame Branchenorganisation, um einheitliche Standards zu etablieren.
1960er–1980er Jahre
Entwicklung grundlegender Körnungsklassifizierungssysteme: P-Körnung für flexible Schleifmittel und F-Körnung für gebundene Schleifmittel. Aktive Zusammenarbeit mit DIN, AFNOR und BSI.
1990er–2000er Jahre
Integration mit ISO: FEPA-Normen wurden als Grundlage für die ISO-Normenreihe übernommen. Entwicklung des D/B -Kennzeichnungssystems für Superabrasivstoffe. Erweiterung der Mitgliedschaft auf Osteuropa und Skandinavien.
2010–2020er Jahre
Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit und digitaler Transformation. Stärkung des Dialogs mit den EU-Regulierungsbehörden im Rahmen des Europäischen Green Deals und REACH.
2020
Start des SEAM -Programms (Sustainable European Abrasive Manufacturers) – eine ambitionierte Initiative für die nachhaltige Entwicklung der Schleifmittelindustrie
2024
Veröffentlichung von c-PCR-030 durch EPD International, dem ersten Umweltstandard für Schleifmittel. Wahl von Stefan Haag zum neuen Präsidenten.
Vom Branchenstandard zum globalen Standard
Die Korngrößennormen der FEPA haben sich von internen Branchennormen zu internationalen ISO-Normen weiterentwickelt. Auf der offiziellen ISO-Website wird die FEPA als Organisation aufgeführt, deren Entwicklungen …„die Arbeitsgrundlage vieler ISO-Normen auf dem Gebiet der Schleifkörner“Dies ist ein seltenes Beispiel dafür, dass eine Branchenorganisation einen so bedeutenden Einfluss auf die internationale Normung ausüben kann.

Mission und vier strategische Säulen

Die Aktivitäten der FEPA basieren auf vier strategischen Prinzipien, die alle Arbeitsbereiche des Verbandes definieren: Informieren, Fördern, Unterstützen und Vorschläge unterbreiten. Jede dieser Säulen trägt den spezifischen Bedürfnissen der Mitglieder der Organisation und der gesamten Branche Rechnung.

Informieren – Informationen über europäische Verordnungen

Das regulatorische Umfeld der Europäischen Union ist äußerst dynamisch. REACH, CLP-Verordnung (Einstufung, Kennzeichnung und Verpackung), Abfallrahmenrichtlinie, Europäischer Standard für nachhaltige Produkte (ESPR) – jedes dieser Dokumente kann die Produktion und den Handel mit Schleifmitteln erheblich beeinflussen.

FEPA überwacht kontinuierlich EU-Gesetzgebungsinitiativen und informiert seine Mitglieder über anstehende Änderungen. Dies ermöglicht es Unternehmen, Produktionsprozesse, Produktrezepturen und Kennzeichnungssysteme frühzeitig anzupassen. Ohne diese zentrale Überwachung müsste jeder Hersteller ein eigenes Expertenteam für europäisches Recht unterhalten.

Förderung — Förderung europäischer Schleifmittel

FEPA vertritt die Interessen der Schleifmittelindustrie auf Ebene der Institutionen der Europäischen Union. Der Verband ist im EU-Transparenzregister eingetragen (Nummer 884099437411-41) und bestätigt damit seinen offiziellen Status als Branchenvertreter.

Die Förderung von Qualität „Made in Europe“ ist eine strategische Priorität der Organisation. Europäische Schleifmittel zeichnen sich traditionell durch hohe Präzision, stabile Eigenschaften und die Einhaltung strenger Sicherheitsstandards aus. FEPA gewährleistet die Anerkennung und den guten Ruf europäischer Schleifmittel auf dem Weltmarkt.

Unterstützung – technische, rechtliche und wissenschaftliche Unterstützung

Die technischen Kommissionen der FEPA tagen zweimal jährlich in Paris. Über 70 Experten aus Mitgliedsunternehmen – Ingenieure, Technologen und Normungsspezialisten – wirken an der Arbeit der Kommissionen mit. Die Kommissionen sind in vier Hauptbereiche unterteilt: gebundene Schleifmittel, beschichtete Schleifmittel, Superabrasivmittel und Schleifkörner.

Zusätzlich zur technischen Expertise bietet FEPA seinen Mitgliedern rechtliche Unterstützung bei der Einhaltung europäischer regulatorischer Anforderungen und fördert die wissenschaftliche Forschung auf dem Gebiet der Schleiftechnologien.

Vorschlagen – die Zukunft der Branche gestalten

Die FEPA beschränkt sich nicht auf eine reaktive Haltung, sondern beteiligt sich proaktiv an der Gestaltung der zukünftigen Rahmenbedingungen. Der Verband bringt Vorschläge im Entwicklungsprozess neuer EU-Normen und -Richtlinien ein und wirkt in Arbeitsgruppen des CEN (Europäisches Komitee für Normung) und der ISO mit.

Initiativen im Bereich der nachhaltigen Entwicklung und der Kreislaufwirtschaft, die Entwicklung von Umweltstandards für Schleifmittel, das SEAM-Programm – all dies sind Beispiele für den proaktiven Ansatz der FEPA bei der Gestaltung der Branchenagenda.

FEPA-Korngrößensystem – der Weltstandard

Das FEPA-Körnungsklassifizierungssystem ist wohl der bekannteste und am weitesten verbreitete Beitrag des Verbandes zur globalen Industrie. Jeder, der schon einmal Schleifpapier oder eine Trennscheibe gekauft hat, ist auf die FEPA-Kennzeichnung gestoßen. Sehen wir uns dieses System genauer an.

P-Körnung (P12 – P2500) — Schleifpapier und Schleifbänder

Das P-Körnungssystem ist für flexible Schleifmittel konzipiert: Schleifpapier, Gewebebänder, Fächerscheiben und Faserscheiben. Der Buchstabe „P“ vor der numerischen Bezeichnung ist ein eindeutiges Kennzeichen der FEPA-Norm für diese Art von Schleifmittel.

Das Klassifizierungsprinzip ist einfach: Je höher die Zahl, desto feiner die Körnung. P12 steht für die gröbste Körnung zum aggressiven Abbeizen, und P2500 ist ein ultrafeines Schleifmittel zum Hochglanzpolieren.

Hinter der scheinbaren Einfachheit verbirgt sich jedoch ein komplexes Messsystem. Bei Makrokörnern (P12–P220) wird die Partikelgröße durch Sieben mit kalibrierten Sieben bestimmt. Bei Mikrokörnern (P240–P2500) kommen Sedimentations- und Photosedimentometrie-Methoden zum Einsatz, da solch kleine Partikel durch Sieben nicht zuverlässig klassifiziert werden können.

Der entscheidende Vorteil des FEPA-Standards liegt in seinen engen Toleranzen. FEPA definiert nicht nur die durchschnittliche Korngröße, sondern auch die zulässigen Abweichungen vom Median und regelt explizit den Anteil an übergroßen Partikeln (Überkorn). Dies ist von entscheidender Bedeutung: Schon wenige große Körner inmitten kleiner können tiefe Kratzer auf der bearbeiteten Oberfläche hinterlassen und das Ergebnis des Oberflächenbearbeitungsprozesses beeinträchtigen.

F-Körnung (F4 – F1200) — Schleifscheiben und -stangen

Das F-Körnungssystem ist für gebundene Schleifmittel – Schleifscheiben, Trennscheiben, Schleifstangen, Segmente und Honsteine – konzipiert. Der Buchstabe „F“ kennzeichnet die Einhaltung der FEPA-Norm für gebundene Schleifmittel.

Die F-Körnung ist in zwei Untergruppen unterteilt. Die groben Körnungen (F4–F220) werden durch Sieben klassifiziert und sind für Bearbeitungen vorgesehen, bei denen ein hoher Materialabtrag erforderlich ist. Die feinen Körnungen (F230–F1200 und in einigen Erweiterungen bis F2000) werden durch Sedimentation klassifiziert und für die Präzisionsbearbeitung eingesetzt.

Es ist wichtig zu beachten, dass die Korngrößen in den P- und F-Körnungssystemen trotz gleicher numerischer Bezeichnung nicht übereinstimmen. Dies liegt an den unterschiedlichen Anforderungen an die Kornverteilung in flexiblen und gebundenen Schleifmitteln. Bei einer Schleifscheibe sind Formstabilität und gleichmäßiger Verschleiß wichtig, während bei einem Schleifband die Gleichmäßigkeit der Oberflächengüte entscheidender ist.

D/B-Kennzeichnung – Diamant- und CBN-Superabrasive

Mit dem Wachstum des Segments der Superabrasivstoffe hat die FEPA ein separates Kennzeichnungssystem entwickelt. Das Präfix „D“ kennzeichnet Diamantschleifwerkzeuge – Schleifscheiben, Trennscheiben, Bohrer und Polierpasten auf Basis von synthetischem oder natürlichem Diamant.

Das Präfix „B“ kennzeichnet Werkzeuge aus kubischem Bornitrid (CBN), dem nach Diamant zweithärtesten Werkstoff. CBN-Schleifmittel sind unverzichtbar für die Bearbeitung gehärteter Stähle, da Diamant hier chemischem Verschleiß unterliegt.

Die D/B-Klassifizierung verwendet das gleiche Prinzip der zunehmenden Feinheit, jedoch mit einer eigenen Größenskala, die an die Besonderheiten superharter Materialien angepasst ist.

FEPA vs. CAMI vs. JIS – Vergleich der Korngrößensysteme

In der Praxis stoßen Anwender von Schleifmitteln häufig auf unterschiedliche Kennzeichnungssysteme, da verschiedene Länder und Regionen historisch bedingt ihre eigenen Klassifizierungen verwendet haben. Die Hauptkonkurrenten der FEPA sind das amerikanische CAMI-(ANSI-)System und das japanische JIS-System. Eine Vergleichstabelle der gängigsten Körnungen:

FEPA P CAMI (ANSI) Korngröße (μm) Anwendung
P4040~425Raues Schälen
P6060~269Schweres Schleifen
P8080~201Allgemeines Schleifen
P120120~125Zwischenschleifen
P180180~82Oberflächenvorbereitung
P240220~58Feinmahlen
P400320~35Abschluss
P600~25Super Finish
P1200~15Polieren
P2500~8Hochglanzpolieren

Es ist wichtig, einige wesentliche Unterschiede zu verstehen. Bei groben Körnungen (P40–P180) sind die FEPA- und CAMI-Systeme nahezu identisch. Ab P240/220 weichen sie jedoch deutlich voneinander ab. FEPA bietet ein wesentlich breiteres Spektrum an feinen Körnungen: Der CAMI-Standard endet deutlich früher als FEPA P und deckt den Bereich der Feinstbearbeitung und des Polierens nicht ab.

Das FEPA-System zeichnet sich durch engere Toleranzen hinsichtlich der Korngröße aus. Insbesondere kontrolliert FEPA explizit den Anteil an übergroßen Partikeln, der für die Oberflächenqualität entscheidend ist. CAMI ist diesbezüglich weniger streng.

Eine einfache Unterscheidungsregel
Wenn vor der Zahl ein Buchstabe steht"P"(z. B. P240) ist ein FEPA-Standard. Fehlt der Buchstabe (nur 220), handelt es sich um CAMI/ANSI. Diese Kennzeichnung ermöglicht die sofortige Identifizierung des Systems, was insbesondere bei internationaler Beschaffung und Spezifikation wichtig ist.

Sicherheitsstandards und Interaktion mit ISO

Zusammenarbeit mit CEN und ISO

Die FEPA nimmt im internationalen Normungssystem eine Sonderstellung ein. Der Verband arbeitet eng mit dem Europäischen Komitee für Normung (CEN) und der Internationalen Organisation für Normung (ISO) zusammen. Auf der offiziellen ISO-Website wird die FEPA als Organisation aufgeführt, deren Normen die Grundlage für viele ISO-Normen im Bereich der Schleifkörner bilden.

Die Experten der FEPA sind seit der Gründung des Verbandes im Jahr 1955 in die Arbeit der technischen Komitees von CEN und ISO eingebunden. Diese langjährige Zusammenarbeit hat sichergestellt, dass die FEPA-Standards fest in das internationale Regelwerk integriert sind. Tatsächlich wurden die FEPA-Getreidestandards als Grundlage für die entsprechenden ISO-Standards übernommen und haben dadurch weltweite Gültigkeit erlangt.

EN-Normen für Schleifmittel

Die Sicherheit von Schleifwerkzeugen ist einer der Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit der FEPA und des CEN. Schleifmittel arbeiten unter extremen Bedingungen: Trennscheiben rotieren mit Geschwindigkeiten von bis zu 80 m/s, und Bruchstücke fliegen mit Geschwindigkeiten von bis zu 288 km/h umher. Daher sind Sicherheitsstandards eine Frage von Leben und Gesundheit.

Die europäischen EN-Normen für Schleifmittel umfassen:

Die FEPA setzt sich aktiv für die Einhaltung dieser Normen durch ihre Mitglieder ein und fördert die Entwicklung von Schulungsprogrammen für den sicheren Umgang mit Schleifwerkzeugen. Jede von einem FEPA-Mitglied hergestellte Schleifscheibe wird auf Festigkeit geprüft, wobei ein Sicherheitsabstand die Betriebslasten deutlich übersteigt.

Von FEPA zu ISO: Der Weg eines europäischen Standards

Die Umwandlung eines FEPA-Standards in eine internationale Norm umfasst mehrere Schritte. Zunächst entwickeln und verabschieden die technischen Komitees der FEPA auf Grundlage von Beiträgen der Mitgliedsunternehmen einen internen Standard. Dieser Standard wird dann dem CEN als Grundlage für eine europäische Norm EN vorgeschlagen. Nach der Annahme auf europäischer Ebene kann der Standard der ISO zur Prüfung als internationaler Standard vorgelegt werden.

Sicherheit im Umgang mit Schleifmitteln
Trennscheiben arbeiten unter extremen Bedingungen. Eine Trennscheibe mit 125 mm Durchmesser rotiert mit Geschwindigkeiten von bis zu80 m/sUnd nach der Zerstörung fliegen die Fragmente mit einer Geschwindigkeit von bis zu288 km/JahrDeshalb sind die gemeinsam mit der FEPA entwickelten EN-Sicherheitsnormen für den Schutz der Bediener unerlässlich. Jedes Rad wird auf Festigkeit geprüft, wobei ein Sicherheitsabstand besteht, der die Betriebslasten deutlich übersteigt.

SEAM-Nachhaltigkeitsprogramm

Was ist SEAM?

SEAM (Sustainable European Abrasive Manufacturers) ist ein Nachhaltigkeitsprogramm, das 2020 von der FEPA ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich um ein freiwilliges Zertifizierungssystem, das europäischen Schleifmittelherstellern helfen soll, ihre ökologischen und sozialen Auswirkungen zu messen, zu verfolgen und zu reduzieren.

Im Jahr 2021 wurde SEAM als EU-Zertifizierungsmarke beim EUIPO (Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum) eingetragen. Dadurch erhielt das Programm offiziellen Status und Rechtsschutz. SEAM verfügt über eine eigene Website (seam.earth) und ein ausgereiftes Berichtssystem.

Drei Säulen des Programms

Das SEAM-Programm basiert auf drei miteinander verbundenen Säulen, die wichtige Aspekte der nachhaltigen Entwicklung abdecken:

Ergebnisse und Erfolge

Mehr als 21 Hersteller und 4 nationale Verbände haben sich dem SEAM-Programm angeschlossen. Die Ergebnisse der ersten Jahre des Programms sind beeindruckend.

Den Ergebnissen von 2021 zufolge konnten die Programmteilnehmer Folgendes nachweisen: eine Reduzierung des nicht recycelbaren Abfallvolumens um 3,1 %, eine Steigerung der Diversitätsindikatoren am Arbeitsplatz um 100 % und eine Senkung der Krankheitstage um 22 %. Diese Zahlen bestätigen die Wirksamkeit von freiwilligen Initiativen bei guter Organisation.

Im Juni 2024 veröffentlichte EPD International die Richtlinie c-PCR-030, die ersten Umweltproduktkategorisierungsregeln speziell für Schleifmittel. Dieses Dokument ermöglicht die Erstellung von Umweltproduktdeklarationen (EPDs), die transparente und nachvollziehbare Vergleiche der Umweltauswirkungen von Schleifmitteln verschiedener Hersteller ermöglichen.

SEAM-Seminar „Visionäres Denken“
Am 11. April 2024 fand das SEAM-Seminar „Visionäres Denken“ statt und markierte damit einen wichtigen Meilenstein in der Entwicklung des Programms. Eine Umfrage unter den SEAM-Teilnehmern ergab ein hohes Bewusstsein für Klimathemen und großes Interesse an Tools zur Berechnung des CO₂-Fußabdrucks. Vier SEAM-zertifizierte Unternehmen –Heger, Tyrolit, Roxor und Mabtools— berichteten über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung umweltfreundlicher Praktiken.

FEPA-Mitglieder – wer gehört zum Verband?

Größte Mitgliedsunternehmen

FEPA vereint die gesamte Bandbreite der europäischen Schleifmittelindustrie, von globalen Konzernen bis hin zu spezialisierten mittelständischen Unternehmen. Zu ihren Mitgliedern zählen Firmen, die das Gesicht der globalen Schleifmittelindustrie prägen.

Unternehmen Land Spezialisierung
Saint-Gobain SchleifmittelFrankreichGebundene, beschichtete Superabrasivstoffe
3MUSA/EUBeschichtet, gebunden
Klingspor AGDeutschlandBeschichtet, gebunden
MirkaFinnlandBeschichtete Schleifmittel
Tyrolit (Swarovski-Gruppe)ÖsterreichVerbunden, Diamant
SAIT AbrasiviItalienBeschichtet, gebunden
Husqvarna-GruppeBelgien/SchwedenDiamantwerkzeuge
INDASAPortugalBeschichtete Schleifmittel
Weiler SchleifmittelSlowenienVerbunden, beschichtet
Imerys Fused MineralsFrankreichSchleifkörner
NovoAbrasiveUkraine/ItalienGebundene Schleifmittel

Die FEPA-Mitgliedschaft bietet nicht nur Zugang zu Normen und Informationen, sondern auch die aktive Mitarbeit in Fachausschüssen, Arbeitsgruppen und Nachhaltigkeitsprogrammen. Die Mitgliedsunternehmen bilden das kollektive Fachwissen des Verbandes und bringen jeweils ihre individuellen Erfahrungen und Kenntnisse ein.

NovoAbrasive ist seit 2017 Einzelmitglied der FEPA.

Das Werk NovoAbrasive ist seit 2017 Einzelmitglied der FEPA. Es handelt sich um einen ukrainisch-italienischen Hersteller von Schleifwerkzeugen mit Produktionsstätten in der Region Charkiw, der monatlich über eine Million Trenn- und Schleifscheiben herstellt. Die Produkte von NovoAbrasive werden auf italienischen Anlagen aus europäischen Rohstoffen gefertigt und sind nach ISO 9001 sowie den Standards des deutschen Prüflabors MPA Hannover zertifiziert.

Die FEPA-Mitgliedschaft bestätigt die Einhaltung europäischer Industriestandards durch NovoAbrasive und ermöglicht dem Werk den Zugang zum hochmodernen technischen Know-how, zu regulatorischen Aktualisierungen und zu Nachhaltigkeitsprogrammen des Verbandes. Trotz einer vorübergehenden Aussetzung der Teilnahme aufgrund des umfassenden Einmarsches in die Ukraine hat NovoAbrasive die aktive Mitgliedschaft wieder aufgenommen und damit sein Engagement für europäische Qualitäts- und Sicherheitsstandards bekräftigt.

Nationale Verbände

Neben Einzelmitgliedern umfasst FEPA auch nationale Branchenverbände, die die Schleifmittelindustrie auf nationaler Ebene vertreten.

Land Verein Abkürzung
ÖsterreichÖsterreichischer Verband der Baustoff- und KeramikindustrieFSKI-WKO
FrankreichNationaler Verband der Schleifmittel und SuperschleifmittelSNAS
DeutschlandVerband Deutscher SchleifmittelwerkeVDS
ItalienFederchimica – Schleifmittelgruppe
SpanienNationaler Verband der SchleifmittelherstellerANFA
GroßbritannienBritischer Verband für SchleifmittelBAF

Nationale Verbände bilden ein Bindeglied zwischen der FEPA und den Herstellern auf lokaler Ebene, helfen bei der Umsetzung europäischer Standards in nationale Regulierungssysteme und vertreten die Interessen der Branche gegenüber ihren Regierungen.

Neue Mitglieder 2025

FEPA baut seine Mitgliederbasis kontinuierlich aus. Im Jahr 2025 traten folgende Organisationen dem Verband bei:

Der Zustrom neuer Mitglieder beweist die anhaltende Attraktivität der FEPA als Plattform für die Zusammenarbeit und Standardisierung der Branche.

Europäischer Schleifmittelmarkt in Zahlen

Die Größe des von FEPA vertretenen Marktes ist beeindruckend. Der europäische Schleifmittelmarkt zählt zu den größten und ausgereiftesten der Welt und vereint tief verwurzelte industrielle Traditionen mit ständiger technologischer Innovation.

Laut Branchenanalysten wurde der europäische Markt für Schleifmittel im Jahr 2024 auf rund 8,14 Milliarden US-Dollar geschätzt. Die Prognose für 2033 liegt bei 13,15 Milliarden US-Dollar, was einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 5,47 % entspricht.

Deutschland belegt mit einem Marktanteil von 23,5 % und einem Umsatz von rund 3,67 Milliarden US-Dollar (2024) die Spitzenposition. Das ist nicht verwunderlich: Deutschland ist der größte Industrieproduzent Europas und einer der weltweit führenden Standorte im Maschinenbau, Automobilbau und in der Präzisionsbearbeitung.

Die FEPA-Mitglieder repräsentieren über 90 % dieser Produktion. 35 % der Produkte werden außerhalb Europas exportiert – nach Asien, Nord- und Südamerika, Afrika und in den Nahen Osten. Europäische Schleifmittel werden für ihre gleichbleibende Qualität, hohe Präzision und die Einhaltung internationaler Standards geschätzt.

Wichtigste Abnehmerbranchen von Schleifmitteln:

Marktwachstum
Die zunehmende Komplexität industrieller Bauteile, insbesondere in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, treibt die Nachfrage nach Präzisionsschleifwerkzeugen an, die Bearbeitungen mit Toleranzen im Mikrometerbereich ermöglichen. Dies schafft günstige Bedingungen für europäische Hersteller, die traditionell im Hightech-Segment stark vertreten sind.

Aktuelle Nachrichten (2024–2026)

2024 – Aktualisierung des Managements und Umweltstandards
Im Juni 2024 genehmigte die FEPA-Generalversammlung die neue Zusammensetzung des Lenkungsausschusses. Der Präsident des Verbandes wurde gewählt.Stefan Haag(Stefan Haag) von der Husqvarna-Gruppe und wurde VizepräsidentEric Verheimst(Eric Verhimst) von 3M EMEA. Neues Managementteam für eine zweijährige Amtszeit gewählt.
Prognose für die Branche
Die Aussichten für die Schleifmittelindustrie bleiben positiv: Die steigende Nachfrage nach Präzisionsschleifmitteln in der Automobil- und Luftfahrtindustrie, die Entwicklung von Verarbeitungstechnologien für Verbundwerkstoffe und die aktive Umsetzung von Nachhaltigkeitsstandards schaffen ein günstiges Umfeld für europäische Hersteller.Dekarbonisierungs-RoadmapIndustrie - Die Scope-1- und Scope-2-CO2-Emissionen für das Jahr 2023 wurden für die an SEAM teilnehmenden Unternehmen bereits gemessen.

Häufig gestellte Fragen

FEPA (Verband Europäischer Schleifmittelhersteller) – Der Verband der europäischen Schleifmittelhersteller wurde 1955 in Paris gegründet. Er vereint über 220 Unternehmen aus 17 europäischen Ländern, die zusammen mehr als 90 % der europäischen Schleifmittelproduktion abdecken. FEPA entwickelt Korngrößenstandards, vertritt die Interessen der Branche in der EU und setzt Programme für nachhaltige Entwicklung um. Der Gesamtumsatz der Mitgliedsunternehmen übersteigt 3,5 Milliarden Euro pro Jahr.
Der Buchstabe „P“ kennzeichnet die FEPA-Körnung für flexible Schleifmittel (Schleifpapier, Schleifbänder, Lamellenschleifscheiben). Beispielsweise ist P120 die mittlere Körnung für Zwischenschliff. Der Buchstabe „F“ kennzeichnet die FEPA-Körnung für gebundene Schleifmittel (Schleifscheiben, Schleifstangen, Schleifsegmente). Beispielsweise ist F60 die Körnung für eine Schleifscheibe. Wichtig: Bei gleicher Nummer stimmen die Korngrößen in den Systemen P und F nicht überein, da jedes System für den jeweiligen Schleifmitteltyp optimiert ist.
Die Hauptunterschiede sind: Erstens enthält die FEPA-Kennzeichnung den Buchstaben „P“ vor der Zahl (P240), während CAMI nur die Zahl verwendet (220). Zweitens sind die beiden Systeme bei groben Körnungen (P40–P180) praktisch identisch, weichen aber ab P240/220 deutlich voneinander ab. Drittens bietet FEPA ein wesentlich breiteres Spektrum an feinen Körnungen (bis P2500), während CAMI früher aufhört. Viertens legt der FEPA-Standard engere Korngrößentoleranzen fest und kontrolliert explizit den Anteil an übergroßen Partikeln, was ein gleichmäßigeres Oberflächenfinish gewährleistet.
FEPA ist ein Verband von über 220 Schleifmittelherstellern aus 17 europäischen Ländern sowie sechs nationalen Branchenverbänden: VDS (Deutschland), SNAS (Frankreich), BAF (Großbritannien), ANFA (Spanien), FSKI-WKO (Österreich) und Federchimica – Gruppo Abrasivi (Italien). Die Mitglieder des Verbandes decken alle vier Segmente der Schleifmittelindustrie ab: gebundene Schleifmittel, flexible Schleifmittel, Superabrasive und Schleifkörner.
SEAM (Sustainable European Abrasive Manufacturers) ist ein Nachhaltigkeitsprogramm, das 2020 von der FEPA ins Leben gerufen wurde. Es handelt sich um eine freiwillige Zertifizierungsinitiative, mit der europäische Schleifmittelhersteller ihre Umweltauswirkungen messen und reduzieren, ihre soziale Leistung verbessern und in Innovationen investieren. 2021 wurde SEAM der Status einer EU-Zertifizierungsmarke verliehen. Mehr als 21 Hersteller und 4 nationale Verbände sind dem Programm beigetreten.
Zu den Mitgliedern der FEPA gehören die weltweit führenden Schleifmittelhersteller: Saint-Gobain Abrasives (Frankreich), 3M (USA/EU), Klingspor AG (Deutschland), Mirka (Finnland), Tyrolit (Swarovski-Gruppe, Österreich), SAIT Abrasivi (Italien), Husqvarna-Gruppe (Belgien/Schweden), INDASA (Portugal), Weiler Abrasives (Slowenien), Imerys Fused Minerals (Frankreich), NovoAbrasive (Ukraine/Italien) und viele andere. Derzeitiger Präsident der FEPA ist Stefan Haag von der Husqvarna-Gruppe.
Der Hauptsitz der FEPA befindet sich am Boulevard Malesherbes 22, 75008 Paris, Frankreich. Paris wurde bei der Gründung des Verbandes im Jahr 1955 als neutraler Standort gewählt, der zentral zu den entstehenden europäischen Institutionen lag. Die technischen Kommissionen der FEPA tagen zweimal jährlich in Paris, um Normen, regulatorische Fragen und Brancheninitiativen zu erörtern.

Verwandte Materialien